Das richtige Essen zu Arbeit 4.0: Gourmet-Menüs im Job dank «FELFEL»

1st Feb, 2018

Sie wollen das Food-Business neu «aufmischen»: HSG-Alumna Daniela Steiner und ihr Mann Emanuel, die beiden Gründer von FELFEL, bieten Firmen in allen Grössen die Möglichkeit, leckeres und gesundes Essen für ihre Mitarbeitenden anzubieten. Der intelligente Kühlschrank wird täglich mit frischen Gerichten aufgefüllt und verabschiedet so mittelmässiges Essen aus Unternehmen.

 

Nicht schon wieder ein Start-up, das sich um Essen dreht. Doch! «Denn noch nie war eine gesunde Ernährung so wichtig wie heute», dachten sich die Gründer von «FELFEL», die sich «noch nie mit dem Status quo zufriedengegeben» haben. Und ihre Idee hat es erfolgreich von New York in die Schweiz geschafft.

 

Vom Campus St.Gallen über New York ins Food-Business

Das Studium an der HSG ist Daniela Steiner sehr positiv in Erinnerung geblieben: «Der Praxisbezug, die Firmenbesuche und das Netzwerk von spannenden Persönlichkeiten haben mir in meinem späteren Berufsleben sehr geholfen», schwärmt sie. Mit der Universität St.Gallen verbindet sie vor allem «abenteuerliche» Vorlesungen bei charakterstarken Professoren und Freundschaften, die bis heute bestehen. Aber: «Das Essen ist definitiv nicht meine beste Erinnerung an die HSG. Oder vielleicht doch – die OlmaBratwurst», schmunzelt Daniela.

 

Im Anschluss an ihr Studium an der HSG (M.A. Banking & Finance) und dem Associate Programm der Partners Group in Zug war Daniela Steiner fünf Jahre lang in New York und San Francisco zuständig für Venture & Growth-Investitionen, wobei sie eine «starke Passion» für gutes Essen entwickelte. Diese Vorliebe brachte sie auch ins Food-Business, wo sie Emanuel kennenlernte, der in New York aufgewachsen ist und nach seinem Uni-Abschluss an der Columbia und dem MBA in Harvard nach Zürich zog. Die Idee zu «FELFEL» kam ursprünglich von ihm, die beiden erkannten jedoch schnell, dass sie zusammen das ideale Team bilden.

 

Keine Ja-Sager, sondern «Macher»

Schon als Kinder seien sie beide keine Ja-Sager gewesen. Diese Einstellung zog sich auch durch ihr Studium, bei dem sie sich nicht mit dem Status quo zufrieden gaben. «Nachträglich betrachtet, waren das sicher starke Signale für unseren unternehmerischen Geist», schmunzeln beide. Und der Sprung ins Unternehmertum ist den beiden gelungen.

 

Um ihre Vision in die Tat umzusetzen – «wir wollen Mitarbeitende von mittelmässigem Essen am Arbeitsplatz befreien» – haben sie gemeinsam «FELFEL» gegründet. Und das sei für jedes Unternehmen, egal welcher Grösse, perfekt geeignet.

 

Das Konzept von «FELFEL»: Im Büro wird ein intelligenter Kühlschrank platziert, der täglich mit Gerichten von lokalen Köchen der Schweiz gefüllt wird. Um Einseitigkeit zu vermeiden, werden die Menüs jede Woche komplett geändert, wobei die Produkte ausschliesslich aus Kleinküchen von Familienbetrieben und Köchen stammen. Neben Biolabels kochen für «FELFEL» auch bekannte Köche wie «Paul und Lulu» aus der Küche von Franzoli, «Palestine Grill» liefert orientalische Spezialitäten und die italienische Pasta stammt von «Giovanni».

 

Drei Food Scouts kümmern sich täglich darum, die besten Produkte der besten Anbieter zu finden, um neue Gerichte auf ihre «FELFEL»-Tauglichkeit zu prüfen. Auch selbst kreierte Rezepte werden auf Wunsch nach den «FELFEL»-Kriterien umgesetzt. «FELFEL ist die Antwort des digitalen Zeitalters auf das Bedürfnis nach gesundem Essen am Arbeitsplatz – sozusagen eine moderne Kantine», sagen Steiners.

 

Perfektionisten mit Glück

Das Food-Unternehmer-Paar ist sich einig: «Auch wenn uns gewisse Fächer im Studium eher langweilig vorkamen, haben uns die Grundverständnisse in Buchhaltung, Recht und Kommunikation enorm geholfen, unser Business aufzubauen». Und sie sind mit ihrem Unternehmen nicht nur profitabel, sondern auch weiter auf Erfolgskurs: Über 150 Schweizer Betriebe bieten ihren Mitarbeitenden bereits Essen von «FELFEL» an – darunter übrigens eine grosse Anzahl an HSGAlumni. «Wir haben viel Glück,» sagen die beiden: «Dank passionierten Mitarbeitenden, einem starken Wertesystem und einer Kultur, die sich durch tolle Kunden und Essen entwickelt hat, können wir unser Produkt jeden Tag weiterentwickeln.»

 

Daniela und Emanuel Steiner harmonieren nicht nur privat als Paar, sondern ergänzen sich auch geschäftlich: Emanuel kümmert sich um «das grosse Ganze» sowie Technologie und Strategie, Daniela sei versessen auf Details und verantwortlich für das Wachstum im Unternehmen. «Perfektionisten sind wir aber wohl beide», sagen sie lachend. Die beiden sind aber auch passionierte Esser, deren Herz für intelligent designte Produkte und raffinierte Lösungen schlägt. «Uns könnte wohl kaum eine andere Tätigkeit so erfüllen wie das, was wir heute machen». Und sie haben noch viel vor, möchten sie doch jedes Unternehmen der Schweiz von mittelmässigem Essen befreien und vielleicht auch bald über die Landesgrenze hinaus gehen – «da gibt es noch einiges zu tun», freut sich Daniela.

 

FELFEL und NAMAK

FELFEL steht für Pfeffer auf Persisch – eine Erinnerung an Emanuels Grossmutter, die ihm das Kochen beigebracht hat. NAMAK bedeutet auf Persisch Salz und ist der Name der Software, die Daniela und Emanuel aufgebaut haben. «Sie ist der Motor unseres Geschäftsmodells.»

 

Artikel von Katja Tinner im ALMA – Das Alumni-Magazin der Universität St.Gallen 2/2018

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