Mama's Rezepte: Gerichte, die nach Kindheit schmecken
Mama's Rezepte: Gerichte, die nach Kindheit schmecken
Unsere FELFELians teilen die Rezepte ihrer Mütter – von Portugal bis Japan, von Ecuador bis in die Schweiz.
Es gibt Gerichte, die schmecken nicht einfach gut – sie schmecken nach Zuhause. Nach Kindheit. Nach Mama. Zum Muttertag haben wir unsere FELFELians gefragt: Welches Rezept deiner Mutter versuchst du immer wieder nachzukochen – und schaffst es nie ganz? Die Antworten kamen aus fünf Ländern, fünf Küchen und fünf ganz unterschiedlichen Kindheiten. Was sie alle gemeinsam haben: Jedes Gericht trägt eine Geschichte in sich. Jeder Bissen riecht nach früher. Vielleicht liegt es an der Technik. Vielleicht an den Jahren der Übung. Oder vielleicht einfach daran, dass Mütter mit einer Portion Liebe kochen, die sich nicht nachmachen lässt. Hier sind ihre Rezepte – und die Geschichten dahinter
Pastéis de Bacalhau – Stockfisch-Kroketten
Portugal
Für Rafaela sind Pastéis de Bacalhau mehr als ein Rezept. Es ist ein Erbe – weitergegeben von Grossmutter zu Mutter, von Mutter zu Tochter, durch Generationen von Frauen, die für ihre Familien gekocht haben. Und doch: Noch niemandem ist es gelungen, sie genauso hinzubekommen wie Grossmutter. Aber alle versuchen es. Und jedes Mal bringen sie dasselbe Gefühl mit sich: Saudade – das typisch portugiesische Sehnen nach etwas, das war und immer sein wird.
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Zutaten
· 3 Stück gesalzener Stockfisch (Bacalhau)
· Kartoffeln (Menge nach Gefühl)
· 1 kleine Zwiebel, fein gerieben
· 2 Knoblauchzehen, fein gerieben
· 1 Bund Petersilie
· 4 Eier + 2 Eigelb (je nach Menge anpassen)
· Öl zum Frittieren
Zubereitung
· Kartoffeln und Stockfisch separat kochen.
· Zwiebel und Knoblauch fein reiben, mit gehackter Petersilie vermengen.
· Den Stockfisch in kleine Fasern zupfen.
· Kartoffeln zu einer glatten Masse zerdrücken.
· Alles gut vermengen – Fisch, Kartoffeln, Zwiebel, Knoblauch, Petersilie.
· Eier hinzufügen und zu einer gleichmässigen Masse kneten.
· Mit zwei Löffeln ovale Bällchen formen und in heissem Öl goldbraun frittieren.
„Diese Kabeljau-Kroketten stehen immer auf dem Tisch, wenn wir uns treffen – wenn alle gleichzeitig reden, sich gegenseitig unterbrechen, aber immer lachen und Momente miteinander teilen.“
Crostata di Ricotta – Ricotta-Tarte
italien
Für Kate ist die Crostata di Ricotta kein gewöhnlicher Kuchen. Es ist der Kuchen ihrer Kindheit – leicht, einfach, und immer zur Stelle, wenn es ihn brauchte: als Nachmittagssnack, bei Familienfeiern, an ganz normalen Dienstagen. Diese kleine Geste – der Rest Ricotta, der Zucker, der Zimt – ist für Kate inzwischen genauso wichtig wie der Kuchen selbst. Eine stille Art zu sagen: Ich sehe dich. Ich weiss, dass du wartest.
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Zutaten - Teig
· 300 g Mehl
· 150 g Butter
· 1 Ei
· 70 g Zucker
· 1 Prise Salz
Zutaten - Füllung
· 400 g Ricotta
· 1 Ei
· 100 g Zucker
· 1 TL Zimt
Zubereitung
· Butter und Zucker vermischen, dann Ei hinzufügen und nach und nach Mehl und Salz einarbeiten. Zu einem glatten Teig kneten.
· Den Teig 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
· Ei und Zucker verrühren, Ricotta hinzufügen und zu einer glatten Masse mischen. Zimt nach Geschmack dazugeben.
· Teig in eine Form ausrollen, den Boden mit einer Gabel einstechen und die Füllung gleichmässig darauf verteilen.
· Bei 170 °C (Ober-/Unterhitze) ca. 45 Minuten backen.
„Wir haben ihn so oft zusammen gebacken. Und jedes Mal hat Mama ein bisschen Ricotta im Gläschen gelassen, Zucker und Zimt dazugegeben – damit ich etwas hatte, während der Kuchen noch im Ofen war. Ich war eben immer so ungeduldig.“
Karaage-Hähnchen – Japanisches frittiertes Hähnchen
japan
Eris Mutter kocht kein Karaage-Hähnchen einfach so. Sie kocht es, wenn Eri einen zusätzlichen Schubs braucht. Wenn etwas Schwieriges ansteht. Wenn der Alltag eine kleine Aufmunterung braucht. Heute kocht Eri es selbst. Saftig, knusprig, perfekt. Aber sie weiss: Es schmeckt nie ganz gleich. Denn das Besondere daran war nie nur das Rezept – es war das Gefühl, das dahintersteckte.
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Zutaten
· 500 g Hähnchenschenkel, ohne Knochen, in Stücke geschnitten
· 2 EL Sojasauce
· 1 EL Sake (oder Weisswein)
· 1 EL Ingwer, frisch gerieben
· 1 EL Knoblauch, frisch gerieben
· 1 EL Zucker
· 2 EL Kartoffelstärke
· Rapsöl zum Frittieren
Zubereitung
· Hähnchen mit Sojasauce, Sake, Ingwer, Knoblauch und Zucker vermengen und mindestens 30 Minuten marinieren.
· Marinade abgiessen und das Fleisch gleichmässig in Kartoffelstärke wenden.
· Öl auf 160 °C erhitzen und das Hähnchen 90 Sekunden bis 2 Minuten frittieren, bis es leicht goldbraun ist. 3 Minuten ruhen lassen.
· Anschliessend bei 190 °C nochmals ca. 15 Sekunden frittieren, bis es knusprig und tiefgolden ist. Sofort servieren.
„Meine Mami hat es immer dann für mich gekocht, wenn ich Motivation brauchte. Es macht eine riesige Sauerei in der Küche – aber genau das macht es so besonders. Es war etwas, das sie extra nur für mich gemacht hat.“
Gefüllte Paprika mit Orzo & Feta
schweiz
Für Samantha ist dieses Gericht Komfort in seiner reinsten Form. Ihre Mutter macht es oft – nicht zu besonderen Anlässen, sondern einfach so. Weil es gut ist. Weil es wärmt. Weil es an Griechenland erinnert, wohin die Familie früher immer in den Urlaub gefahren ist. Es ist auch eines der ersten Rezepte, das Samantha selbst zu kochen begonnen hat – eine Art stiller Verbindung zu ihrer Mutter, auch wenn sie Hunderte Kilometer entfernt ist.
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Zutaten
· 4 grosse Paprika (bunt gemischt)
· 120 g Orzo (Kritharaki)
· 1 Zwiebel, fein gehackt
· 2 Knoblauchzehen, gehackt
· 1 Zucchini, gewürfelt
· 1 Karotte, gewürfelt
· 2 Tomaten, gewürfelt
· 2 EL Olivenöl
· 2 EL Tomatenmark
· 1 TL getrockneter Oregano
· 100–150 g Feta
· Salz & Pfeffer
Zubereitung
· Paprika vorbereiten: Deckel abschneiden, Kerne entfernen, in eine Auflaufform setzen.
· Orzo nach Packungsanleitung kochen und abgiessen.
· Zwiebel und Knoblauch im Olivenöl anbraten, Gemüse hinzufügen und kurz mitgaren.
· Tomaten, Tomatenmark, Oregano, Salz und Pfeffer hinzufügen und 10 Minuten köcheln lassen.
· Mit dem Orzo mischen und die Paprika füllen. Feta darüber bröckeln oder unterheben.
· Bei 180 °C ca. 40 Minuten backen. Mit einem guten Schuss Olivenöl servieren.
„Es ist das Gericht, das mich sofort an sie erinnert. Einfache Zutaten, aber irgendwie immer perfekt. Es schmeckt nach Sommerurlaub und Sonntagsmittag gleichzeitig.“
Pastel de Chocolate – Schokoladenkuchen
Ecuador
Für Daniel ist dieser Schokoladenkuchen keine Nachspeise – er ist eine Zeitreise. Seit er klein ist, ist Schokolade sein liebster Genuss. Aber dieser Kuchen ist etwas anderes. Er war sein Geburtstagskuchen, jedes einzelne Jahr. Der Kuchen, auf den er sich immer gefreut hat. Ein Kuchen, der mehr ist als Mehl, Kakao und Eier. Er ist Geburtstag. Er ist Zuhause. Er ist Mama.
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Zutaten
· 2¼ Tassen Mehl
· 1½ Tassen Zucker
· 1¼ TL Backpulver
· 1¼ TL Natron
· ½ TL Salz
· ⅔ Tasse Margarine
· 1½ Tassen Wasser
· ⅔ Tasse Kakaopulver
· 3–4 Eier
Zubereitung
Die trockenen Zutaten (Mehl, Salz, Backpulver, Natron) sieben und beiseite stellen.
· In einer separaten Schüssel die Margarine schlagen, dann Zucker und Eier hinzufügen.
· Den Kakao im Wasserbad schmelzen und unter die Margarine-Mischung rühren.
· Die trockenen Zutaten nach und nach hinzufügen und alles gut vermischen.
· Bei 180 °C ca. 40–50 Minuten backen.
„Er bringt all die einfachen, glücklichen Momente meiner Kindheit zurück. Noch heute fühlt er sich genauso besonders an wie damals – und ich weiss bis heute nicht, wie Mama das hinbekommt.“
