Nachgefragt: Intelligenter Verpflegungsautomat

15th Feb, 2017

«Am wichtigsten ist, dass ein Gericht fein ist»

 

 

Schliesst Felfel mit seinem Angebot eines mit Fertigprodukten ausgerüsteten HighTech-Lebensmittelautomaten eine Marktlücke in der Schweiz?

 

Emanuel Steiner: Die Nachfrage nach Felfel ist gross: Wir erhalten zurzeit bis zu 30 Anfragen von Firmen pro Woche — es gibt bereits eine Warteliste. Mittlerweile essen über 10 000 Arbeitnehmende ‹Felfel›. Mit Felfel haben erstmals auch KMU zwischen 50 und 500 Mitarbeitenden die Möglichkeit, ihren Mitarbeitenden gutes Essen aufzutischen.

 

 

Kann aber ein Verpflegungsautomat einen Kantinen- oder Restaurantbesuch ersetzen?

 

Auf alle Fälle. Mittlerweile haben wir einige Grosskunden mit über 500 Mitarbeitenden, welche sich für Felfel und nicht für eine Kantine entschieden haben, da das Angebot breiter ist und auch für Grossfirmen günstiger sein kann als eine eigene Kantine. Da wir kein Essen produzieren, sondern Food Scouts haben, welche die besten lokalen Köche auswählen, sind wir vielfältiger als ein Restaurant oder eine Kantine.

 

 

Die Betreiber von Personalrestaurants sprechen von einem Trend hin zu einer gesunden und dennoch genussreichen Ernährung: Stellen Sie das bei Ihren Kunden auch fest?

 

Der Trend vom gesunden Essen hat bestimmt auch uns in der Startphase mitgeholfen und unsere Werte geprägt. Unser Essen ist natürlich und ultrafrisch – wichtige Merkmale von gesunder Ernährung. Auch lassen wir Geschmacksverstärker weg. Am wichtigsten bei der Menüentwicklung ist aber, dass ein Gericht fein ist. Das Herz isst mit. Und wenn das Herz glücklich ist, hat man mehr Freude und Energie und lebt so gesünder und arbeitet besser.

 

Ist es in Tat und Wahrheit nicht so, dass Arbeitnehmer immer weniger Zeit haben, sich über Mittag ausgiebig zu verpflegen?

 

Wir arbeiten mit verschiedenen Firmen zusammen: mit Produktionsbetrieben, wo bereits um 9 Uhr zu Mittag gegessen wird, oder mit Anwaltsfirmen, wo auch mal bis spät in die Nacht gearbeitet wird. Unsere Daten sagen, dass Mitarbeitende über Mittag eher wieder gemeinsam essen – dass aber Leute auf der anderen Seite auch nicht mehr so strikt um 12 Uhr essen, sondern sich nach individuellen Präferenzen über den ganzen Tag verpflegen. Grundsätzlich fördern wir das gemeinsame Essen

 

Artikel von der Zürichsee Zeitung 02/2017

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