Emanuel Steiner, Gründer und CEO FELFEL, im Interview

3rd Jul, 2017

Moneycab.com: Herr Steiner, herzliche Gratulation zum Gewinn des SEF.Award 2017. Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung?

Emanuel Steiner: Der Moment als FELFEL als Sieger auf die Bühne gerufen wurde, ist immer noch sehr präsent. Es hat mich für das ganze Team, welches die Veranstaltung live aus der Binz in Zürich mitverfolgt hat, so gefreut, dass all unsere Bemühungen mit diesem renommierten Preis belohnt wurden. Es hat mir aufgezeigt, wie wichtig die Thematik „Gesunde Ernährung“ für Berufstätige ist und dass wir in die korrekte Richtung arbeiten. Dies ist extrem motivierend und bereichernd.

 

 

FELFEL füllt seit vier Jahren speziell entwickelte Kühlschränke in Unternehmen ohne Kantine mit frischen und gesunden Mahlzeiten. Waren Sie die ewig gleichen Snacks in den gängigen Automaten leid oder wie kamen Sie auf die Geschäftsidee?

Die Idee entstand ganz klar aus einem ‚Problem’ mit welchem ich selbst konfrontiert war: Mittelmässiges Essen am Arbeitsplatz. Zu teuer, zu ungesund, zu viel Zeit die man dafür verbraucht. Eine Situation, welche ich nicht akzeptieren konnte.

 

 

Die Kühlschränke sind das (technische) Herzstück von FELFEL. Können Sie uns den Ablauf erläutern, wenn der Kühlschrank bei einem Unternehmen installiert ist?

Bei der Einführung eines FELFEL’s – wir nennen den Kühlschrank nur FELFEL – werden zuerst alle Mitarbeitenden der Firma zum kostenlosen Mittagessen eingeladen. Die verschiedenen Gerichte, Getränke und Snacks können getestet werden und unser Customer Excellence Team ist vor Ort, um zu erklären wie der FELFEL funktioniert und ist hier für alle Fragen. Am Launch-Tag erhält jeder Mitarbeitende ebenfalls seinen persönlichen Badge, welcher der Zugang zum FELFEL ist. Danach ist es noch einfacher – Badge an den FELFEL-Screen halten, Türe öffnen, Produkt auswählen, scannen und „Kaufen“ klicken. Der Betrag wird direkt der Kreditkarte berechnet, das heisst es ist kein Bargeld oder mühsames Aufladen nötig. Et voilà – en Guetä!

„Wir finanzieren uns deswegen nicht über Margen auf den Produkten, sondern über eine monatliche Servicepauschale, welche die Firma bezahlt.“
Emanuel Steiner, Gründer und CEO FELFEL

 

 

Die Arbeitnehmer kommen dank FELFEL zu einem gesunden, ausgewogenen und kostengünstigen Essen. Wie rechnet sich das Ganze für FELFEL bei Preisen von 1.50 bis 12.00 Franken?

Unser oberstes Ziel ist es, ultra-frisches, günstiges und kompromisslos gutes Essen zu Firmen zubringen. Das bedingt, dass die Preise für die Konsumenten tief gehalten werden. Wir finanzieren uns deswegen nicht über Margen auf den Produkten, sondern über eine monatliche Servicepauschale, welche die Firma bezahlt. Wie bei einer Kantine – nur Rund um die Uhr zugänglich und mit einer Auswahl aus wöchentlich ändernden 20 ultra-frischen Gerichten, sowie Snacks und Getränke.

 

 

Wo liegen die Vorteile beim Arbeitgeber?

Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitenden mit einem FELFEL eine gesunde, nachhaltige und 24h verfügbare Verpflegungsmöglichkeit. Vom Z’Morge, Z’Mittag, Snack bis zum Z’Nacht – es ist für jede Mahlzeit und jeden Geschmack etwas dabei.
Unternehmen haben zudem keinerlei Aufwand. Das einzige, was wir benötigen ist eine Steckdose. Das kundenspezifische Kalkulieren und Bestellen, was unsere Technologie NAMAK möglich macht, sowie das Auffüllen, Reinigen und der Support wird von unseren Teams in die Hände genommen.

 

 

Wie viele Unternehmen beliefern Sie mittlerweile?

Zuletzt haben wir den 87igsten FELFEL bei einem Kunden platzieren dürfen! Auch dank dem SEF-Award steigen die Zahlen stetig. Was uns überglücklich macht!

„Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitenden mit einem FELFEL eine gesunde, nachhaltige und 24h verfügbare Verpflegungsmöglichkeit.“

 

 

Ab welcher Grösse Unternehmensgrösse kommt FELFEL in Frage?

Wir empfehlen einen FELFEL an Unternehmen ab 50 Personen.

 

Bei der Zubereitung der Speisen arbeiten Sie mit lokalen Partnern und Köchen zusammen. Worauf achten Sie bei der Entwicklung Speisen?

Uns ist es sehr wichtig, dass wir unsere Köche persönlich kennen. Dadurch können wir in der Rezeptentwicklung ideal zusammenarbeiten und so das feinste Gericht für unsere Konsumenten kreieren. Wir achten dabei stets darauf, dass wir mit lokalen Produkten und keinen Zusatzstoffen arbeiten. Zudem möchten wir kleine, innovative Betriebe, insbesondere Familienunternehmen, fördern – so wie wir es auch sind.

 

 

Ausgewogene Ernährung, schnelle Verpflegung, Food Waste – und das alles zu tiefen Preisen. Haben Sie die sprichwörtliche „eierlegende Wollmilchsau“ der Geschäftsgastronomie entwickelt?

Das könnten wir in unseren Sales-Pitch nehmen – FELFEL, die eierlegende Wollmilchsau! (lacht) Nein, wir versuchen natürlich immer das Beste zu geben und stellen den Kunden stets in den Mittelpunkt. Da es uns im Privatleben ebenfalls am Herzen liegt, uns gesund und nachhaltig zu ernähren sowie uns ab und zu auch die Zeit fehlt, selber den Kochlöffel zu schwingen, möchten wir all diese Bedürfnisse für unsere Kunden abdecken.

 

 

Die Ernährungsgewohnheiten entwickeln sich stetig. Wie stellen Sie sicher, dass Sie immer am Puls der Zeit sind?

Unser Food-Scout Team, welches sich aus einem Lebensmitteltechnologen, einem Gastro-Profi, und einem „Foodie“ zusammensetzt, widmet sich tagtäglich dem Thema Essen. Sei es beim Durchforsten von Instagram, Blogs oder dem Testen von neuen Kreationen – Essen ist immer präsent und begleitet uns durch den Tag.

„Wir achten stets darauf, dass wir mit lokalen Produkten und keinen Zusatzstoffen arbeiten.“

 

 

Welches ist denn Ihr Favorit im FELFEL-Kühlschrank?

Das ist wohl die schwierigste Frage! (lacht) Doch ich denke, der „Chicken Barley Salad“ von Paul und Lulu hat es mir besonders angetan.

 

 

Ihr Unternehmen ist stark gewachsen, die Nachfrage ist gross. Ist eine Expansion ins Ausland ein Thema?

Ja, wir sind überzeugt, dass die Schweizer nicht alleine sind mit diesem Bedürfnis. Wichtig für uns ist jedoch, dass das Essen immer regional sein muss. Das heisst, für den nächsten Markt werden wir einiges lokal aufbauen müssen, und dafür wollen wir uns die Zeit nehmen, um es richtig zu machen.

 

Herr Steiner, wir bedanken uns für das Interview.

Zur Person: 
Emanuel Steiner ist gebürtiger Schweizer und hat Wurzeln in der Schweiz und Persien. Er ist in New York aufgewachsen und hat an der Columbia University studiert und später an der Harvard Business School den MBA abgeschlossen.
Vor seiner FELFEL-Zeit war Emanuel Steiner Berater bei der Boston Consulting Group. 2013 gründete er FELFEL und führt nun zusammen mit seiner Ehefrau, Daniela Steiner, das innovative Jungunternehmen von der Binz in Zürich aus. Die Passion zum Kochen und Essen wurde ihm bereits in die Wiege gelegt, weswegen er mit Herz und Seele als CEO und Gründer von FELFEL agiert.

 

Artikel von Patrick Gunti im moneycab 07/2017

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